• Was bedeutet die Corona-Krise für Leistungssportler?
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Corona: Der neue Alltag von Hockeyspielerin Marie Mävers

Seit Mitte März wurde unser Alltag und das öffentliche Leben auf ein Minimum herunter gefahren. Welchen Einfluss hat das auf Leistungssportler hat, erzählt euch Hockeyolympionikin Marie Mävers.

Ich genieße die Zeit, die ich auf einmal habe

Denn als Leistungssportlerin mit normalen Arbeitsalltag ist ein voller Terminkalender seit der Schulzeit für mich vorprogrammiert. Selbst meine Wochenenden folgen einer Timeline – sei es mit Bundesligaspielen, Training oder Yogaeinheiten. Diese Timeline ist von dem einen auf den anderen Tag leer. Im Homeoffice besteht zwar die Gefahr ohne Pause und jederzeit zu arbeiten, aber die festen Termine sind verschwunden.

Entschleunigung. Für mich das Wort der letzten drei Wochen. Seit ich aus dem Skiurlaub zurück bin, habe ich meine Wohnung nur fürs Einkaufen-, Laufen- und Spazieren gehen verlassen. Da ich ein Mensch bin der prinzipiell gerne Zuhause ist und ich sogar einen kleine Terrasse habe, auf der am Mittag drei Stunden die Sonne scheint – habe ich bisher noch kein Gefühl des „Eingesperrtseins“ gehabt.

Die Bundesliga und die Champions League sind auf „hold“, Olympia auf 2021 verschoben. Plötzlich war es schwer einen geregelten Tagesablauf zu haben, dem ich über Jahre gefolgt bin. Ich musste feststellen, dass ich nach der ersten angenehmen Entschleunigung und Wochenendfeeling eine Form der Struktur brauchte. Auch Zuhause startet der Tag jetzt mit einer Sporteinheit, sei es virtuell bei meinem Lieblingsstudio „Tribeyoga“ oder ein früher Lauf um die Alster (von 7 bis 8 Uhr geht das relativ entspannt). Um vom Schreibtisch los zu kommen gibt es immer ein festes Mittagessen – nicht am Schreibtisch, gefolgt von einem Spaziergang. Am Nachmittag/Abend folgt häufig eine zweite Sporteinheit mit einem Lauf oder Home-Workout z.B. Eigengewichttraining mit TRX-Bändern.

Zudem kann ich mir die Zeit nehmen, neue Gerichte auszuprobieren und mich gesund zu ernähren

Meine Leidenschaft publiziere ich auf meinem Foodblog marymedeli.com und freue mich wenn ich bemerke, dass sich aktuell so viele Menschen ganz neu kennenlernen, sich um sich und ihren Körper zu kümmern – sich Zeit für Sport nehmen und gesund und vor allem selber zu kochen.

Ich muss zugeben gelangweilt habe ich mich noch nicht eine Sekunde und ich bin begeistert was kleine Business‘ und vor allem die Gastronomen hier in Hamburg auf die Beine stellen. Schöner Nebeneffekt – meine Wohnung ist so sauber wie nie.